Veranstaltungen

Mittwoch, 03.11.2021, 20:00 Uhr // TRAFO-Nollendorfer Straße 36
PASCAL SCHUMACHER
Foto:Marc Lazzarini

Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) 

PASCAL SCHUMACHER-The Solo Performance-SOL

Von dem italienischen Schriftsteller Umberto Eco stammt der Satz 'Einsamkeit ist eine Art von Freiheit'. Eine Aussage, die auch zu SOL, dem neuesten Album von Pascal Schumacher, passt. Der Vibrafonist und Komponist hatte sich durch eine Vielzahl von Gemeinschaftsprojekten mit so unterschiedlichen Ensembles wie Quartette und Sinfonieorchester einen Namen gemacht, eher er kürzlich für sich entdeckte, wie befreiend und sinnvoll ein Soloprojekt sein kann:
'Beim Alleinsein habe ich so viel über mich selbst gelernt – mehr als ich mir je hätte vorstellen können', sagt er.

Bei Schumachers Beziehung zu seinem Instrument, dem Vibrafon, war es – wie so oft im Leben –Liebe auf den ersten Blick. 'Beim Schlagzeugunterricht in meiner Kindheit war da dieses golden glitzernde Instrument. Ich konnte nicht anders als darauf zu spielen, sobald mein Lehrer den Raum verließ', erinnert er sich. Diese Faszination kennen wohl alle, die mit dem Vibrafon vertraut sind. Seine strahlend glänzenden Platten und stufenförmig angeordneten Röhren, die beim Anschlag mit dem Schlägel metallisch und zugleich weich und geradezu ätherisch klingen. Besonders gut kommt das in Amarcord, dem ersten Stück von SOL, zur Geltung – ein einminütiges Prickeln und Bimmeln als Einstieg und Einführung in den Rest des Albums, derart sanft und intim, dass es sich fast wie eine Verführung anfühlt. 'Dieser Klang – für mich hatte er schon immer eine magische Wirkung', bemerkt Schumacher.

Intimität aufzubauen ist freilich nicht einfach. Wie bei den meisten Perkussionsinstrumenten, bei denen Schlägel oder Stöcke zwischen Musiker und Instrument vermitteln, gibt es eine Distanz. 'Es ist ein ziemlicher Prozess, eins mit dem Vibrafon zu werden. Ich war immer neidisch auf die Cellisten, die ihr Instrument in ihren Armen halten, es fühlen und geradezu umarmen', sagt Schumacher. 'Beim Vibrafon ist das Verhältnis zunächst ein sehr distanziertes. Die Herausforderung besteht darin, mit seinem Instrument eins zu werden.'

Eine Herausforderung, der sich Schumacher in den darauffolgenden Jahrzehnten gestellt hat. Seine Beziehung zum Vibrafon hat sich weiterentwickelt, gewandelt und gefestigt – von Album zu Album und von Band zu Band, auf Festivalbühnen zwischen Kopenhagen und Tokio. Schumacher hat mit seinem Instrument in den Improvisationen bewegter Jazzriffs gerungen und sich mit ihm in den Liebkosungen klassischer Kammermusik versöhnt. Und in all dem Tumult gab es immer auch diesen Moment der Entzückung, diesen Moment der Einsamkeit, wenn es nur ihn gab und sein Vibrafon. 'In diesen Momenten kannst du vollkommen kreativ sein, alles ist erlaubt, du musst dich an nichts halten, das du geplant oder geprobt hast … Diese Momente gehörten immer zu meinen liebsten.' Kein Zurück mehr gab es, als Schumacher 2018 eingeladen wurde, bei einem Festival in Salzburg erstmals solo aufzutreten. 'Während dieser Konzerte habe ich mich freier gefühlt als je zuvor, und es hat mir so viel Spaß gemacht. Mit dem Publikum ist auch etwas ganz besonderes passiert, die Leute tauchten noch tiefer in die Musik ein und wurden von ihr noch stärker absorbiert. Ich hatte so etwas noch nie erlebt', erzählt er.

 

Donnerstag, 04.11.2021, 20:00 Uhr // Cafe Wagner
Trio BAUER/BAUER/NARVESEN & Trio SCHULTZ /RAINEY/EHWALD
Foto-MPS-Studio-Villingen

Jubiläumskonzert
Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Trio BAUER / BAUER / NARVESEN  & Trio SCHULTZE / RAINEY / EHWALD
Conny Bauer (Posaune)
Matthias Bauer (Bass)
Dag Magnus Narvesen (Schlagzeug)
&
Stefan SCHULTZE (Piano)
Tom RAINEY (Drums)
Peter Ehwald (Saxophom)

Das Trio Bauer / Bauer / Narvesen steht für ureigene, unverwechselbare Klänge, Neugier und die Freude am spannungsreichen Zusammenspiel. Der Posaunist Conny Bauer, der Bassist Matthias Bauer und der Schlagzeuger Dag Magnus Narvesen erkunden neue Formen des musikalischen Dialogs. Drei Generationen und drei ganz unterschiedliche musikalische Biografien treffen hier aufeinander. Sie spielen solo, finden sich in wechselnden Duos zusammen und lassen schließlich im Trio ihre Klangbilder entstehen, die mal durch expressive und dann wieder durch zarte, leise Töne in ihren Bann ziehen. Im Frühjahr 2020 erschien die LP »THE GIFT«, eine live-Aufnahme des Konzerts anlässlich Conny Bauers 75. Geburtstag.

&

„Ehwald und Schultze haben alles im Griff. Mit exzellentem Timing und Sinn für überraschende, harmonische Wendungen improvisieren sie über eigene Stücke“

schreibt Hans Hielscher im Spiegel über die aufregende Zusammenarbeit dieser beiden spannenden Deutschen Jazzmusiker. Für sechs Konzerte treffen Peter Ehwald und Stefan Schultze auf den herausragenden New Yorker Schlagzeuger und Improvisator Tom Rainey. Rainey, der mit Musikern wie Kenny Werner, Fred Hersch und Tim Berne zusammengearbeitet hat, ist eine der wichtigsten Stimmen im modernen Jazz. Das Trio entwickelt in einem virtuosen, melodischen Austausch neue Räume, in denen die Klänge, traumwandlerisch schweben und trotzdem energisch pulsieren.

 

Freitag, 05.11.2021, 15:00 Uhr // cafe Wagner
Jazz im Paradies 40 Jahre JIP40- Tagung & Konzert TEIL1

Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

Am ersten Tagungstag starten mit einem historischen Teil

Historik von Jazzklubs, Sozialismus, gesellschaftliche Relevanz von Jazz Ost und West, Repressionserfahrung, Alltagserfahrungen von JazzanhängerInnen

]Moderation : Martin Breternitz mit jeweiligen „Hauptzeitzeugen“ machen

Clubzeitzeugen:

Blick von innen bzw. nach außen in der DDR
Gerold Hildebrand (Berlin, "Jazz und Opposition in Jena. Ein Zeitzeugenbericht."
Steffen Wilde (Jk Tonne), Assi Göde(Berliner Jazzszene),Volker Albold (BluesCafe),Michael.Kupzok(Jazzklub Wurzen)Thomas Eckardt, Heiner Kaiser(Jazz im Paradies)

Gesellschafpolitische Einordnung:

Rainer Bratfisch (Buchautor, Musikjournalist)
Wolfgang König (Musikjounalist, Musiker)
Uli Steinmetzger (Musikjournalist)

Es wird auch Zeit für spontane Gespräche untereinander und ,wenn möglich und gewollt auch mit dem Publikum geben.

Konzertabend mit:

INTENSIVSTATION

 

Freitag, 05.11.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
POWWOW - INTENSIVSTATION
Foto: Renata Chueire

Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

Alfred Vogel – drums
John Schröder-key, g,-bass
 Wolfgang Zwiauer – bass

Im Westen nichts Neues? Alles schon da gewesen? Was Frank Zappa vor knapp 50 Jahren dem Jazz ins Poesiealbum schrieb, kann man heute wohl sinngemäß von der Musik im Ganzen sagen – sie ist zwar nicht tot, muffelt aber schon ein wenig. Höchste Zeit für einen Aufenthalt in der Intensivstation, auf der alles wieder auf Anfang gesetzt wird.

In dem Wort Intensivstation verbirgt sich der Begriff „Intensität“. In den multiplen Kollisionen von Drummer Alfred Vogel, Multiinstrumentalist John Schröder und Bassist Wolfgang Zwiauer geht es genau darum, diesen abstrakten Begriff in einen Prozess der Kernschmelze zu transformieren. Dabei wird ungemein viel Energie freigesetzt, spielerisch, zwischenmenschlich und spirituell. Der Augenblick dehnt sich in die Unendlichkeit, das weite Rund des Horizonts schrumpft auf einen Punkt.

 

Alle drei Musiker bringen ihr Gepäck mit. John Schröder machte sich in der Berliner Szene vor allem in der Band Der Rote Bereich einen Namen, war aber als Multitasker auch in unzähligen anderen Formationen unterschiedlichster Genres zu hören. Auf der Intensivstation spielt er bis zu drei Instrumente gleichzeitig, sodass die Dreimann-Band zuweilen wie ein Quintett oder Größeres klingt. Den schweizerischen Bassisten Wolfgang Zwiauer auf eine überschaubare Anzahl an Projekten, Genres oder Ideen festzulegen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist wie der Igel im Märchen der Brüder Grimm, kaum glaubt man ihn irgendwo auszumachen, ist er schon wieder am anderen Ende des Spektrums. Der österreichische Schlagzeuger Alfred Vogel trommelt wie ein Oktopus. Besondere Aufmerksamkeit erlangte er in den konzeptionellen Rundumschlägen von Bands wie Hang Em High oder Die Glorreichen Sieben. Aus seinem variablen Langzeitprojekt Vogelperspektive, das auf fünf Alben dokumentiert ist, ging letztlich auch die Intensivstation hervor.

Streckenweise mag es scheinen, das Trio knüpfe an den provokanten Electric Jazz von Miles Davis’ „Bitches Brew“, die unvermittelten Ausbrüche eines Sonny Sharrock oder die asynchronen Verschränkungen von Ornette Colemans frühen Prime Time Experimenten an, doch dann kratzt, schabt, röchelt, blubbert, dröhnt oder wummert es unversehens aus einer ganz anderen Ecke und versetzt den sicher geglaubten Assoziationswinkel ins Unbekannte, Unerhörte, Unerforschte. Alles Bisherige wirkt wie eine gigantische Bibliothek, auf die die drei Akteure frei und ohne jedwede Rücksicht zugreifen. Alle erdenklichen Kreaturen von Noise und Drone, Patchwork Music, Drum’n’Bass, Death Metal, elektronischer Musik, Blues, HipHop und vielem mehr haben auf dem unausweichlichen Weg zur Intensivstation ihre Spuren hinterlassen. Aus der Überlagerung dreier unterschiedlicher Hintergründe und Spielhaltungen wird in der Interaktion eine beispiellose Musik, die auf ihrem Höhenflug alle Referenzen abwirft.

Alle drei Beteiligten geben sich mit Hingabe und Konzentration dem Naturereignis der totalen Klangfindung hin. Dabei entstehen so viele Obertöne, Subtexte und zusätzliche Metaebenen, dass die Magie des Geschehens die unmittelbare Herkunft jedes Impulses fast zur Nebensache macht. Es geht nicht um die Instrumente, Konzepte und Einflüsse, nicht einmal um die ausführenden Persönlichkeiten, sondern in jedem einzelnen Augenblick um das unabsehbare Destillat aus der Gesamtheit aller Komponenten. Nach eigenem Bekunden geht es für Zwiauer, Vogel und Schröder um eine enggliedrige Kette von individuellen Entscheidungen, aus denen sich ein kollektiver Flow ergibt. Wäre dieser Begriff nicht so abgenutzt, könnte man es im besten Sinne des Wortes „Improvisation“ nennen. So aber müssen wir offen eingestehen, dass es für die virulente Intensität dieses ebenso spontanen wie flexiblen Vokabulars gar keinen passenden Begriff gibt. Und siehe da, das bracht es auch gar nicht, denn die Musik spricht ja für sich selbst.

Und um jede kategorische und merkantile Einordnung noch am Ende schwerer, um nicht zu sagen, unmöglich zu machen, löst sich das Trio auch vom gängigen Format. Neben der CD „Intensivstation“ wird es ein Jahr lang monatlich einen zusätzlich über das Internet vertriebenen Track der Band geben. Die Aufnahmen des Albums und seiner Satelliten erfolgten über einen Zeitraum von mehreren Jahren, entsprechend soll auch der Annäherung über das Ohr ein zeitlich unlimitierter Zugang ermöglicht werden.

Im Westen nichts Neues? Alles schon gehört? Bitches Brew ohne Miles Davis? Pustekuchen. Wenn überhaupt, dann kocht uns die Intensivstation ein gepfeffertes Bridges Brew.

Text: Wolf Kampmann

Samstag, 06.11.2021, 15:00 Uhr // Cafe Wagner
Jazz im Paradies 40 Jahre-JIP40- Tagung & Konzert TEIL 2
Foto: ACT Music

Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

 

Impulskonzert Karl-Heinz Bomberg

Eine Vision ohne Handeln ist ein Tagtraum.Handeln ohne Vision ist ein Albtraum! (Japanisches Sprichwort)

- Welche Visionen von der Zukunft hat JIP, die JM, Jazzszene, evtl. persönliche Gedanken (als kulturpolitisch bundesweit aktiver Jazzexperte)? –

- Improvisation als Synonym für Fantasie und Mut gesellschaftliche Prozesse neu zu denken und Kunst und Kultur als Vorreiter zu akzeptieren-Quasi als vertrauensbildende Maßnahmen-- Wie geht es WEITER und WARUM? CORONA als Katalysator oder Todestoß?                      

Gregor Holtz - Impuls-Thesenpapier

  1. Die radikale Entbürokratisierung der Kulturförderung
  2. Vertrauen und eine flexiblere Umsetzung der geförderten Projekte
  3. Längere Förderzeiträume und Initiativförderung
  4. Aufstockung der Mittel für die Freie Szene

Jazz macht uns das vor, was wir jetzt brauchen: Improvisationskunst und Leidenschaft. Wir sollten die Praktiken des Jazz daraufhin befragen, woraus sich die Improvisation speist und was wir daraus für das Miteinander lernen können?

 

-Die Zukunft von Jazz: Live, als tatsächliche kulturelle Praxis, als Beruf, zukünftige Veranstaltungsformate, politische und gesellschaftliche Relevanz und Aktivitätsfelder von Jazz - -Was treibt uns an? Und warum hat Jazz nicht den Stellenwert als kulturelle Daseinsvorsorge wie andernorts - Wo genau ist das Imageproblem und warum hält es sich so hartnäckig?

Podium: ( Die Referentenliste wir zeitnah bekannt gegeben aber es wird auch viele Gesprächsangebote geben)

Moderation: Martin Breternitz

Jazz in Deutschland als gegenwärtige Kulturpraxis prä,peri und post Corona" warum so schlecht beleumundet und eingefühltes oder tatsächliches Ost –West Gefälle?

These:

Jazz ist aber immer auch: kreativer Weg raus aus den Grenzen. Leidenschaft an etwas Neuem, Lebenslust. Wie kriegen wir die Lebenslust zurück? Indem wir eine Art Allianz des vorurteilsfreien Handeln bilden und versuchen die Stärken des jeweils anderen Szene zu nutzen oder wenigstens in seine Überlegungen einzubeziehen….
Corona als HERAUSFORDERUNG annehmen bzw. als KTALYSATOR verstehen: es bedarf sowieso einen starken neuen Impuls um das festgefahrene Veranstaltungsgeschehen auf den Prüfstand zu stellen und zukunftssicher zu gestalten

Welche neuen Formate spiegeln das unnd habe Nachhaltigkeitspotential ?

 Am Abend Konzert mit:
The JAKOB MANZ PROJEKT

https://jakobmanz.de/the-jakob-manz-project/

Samstag, 06.11.2021, 20:00 Uhr // Cafe Wagner
The Jakob Manz Project
Foto: ACTmusic

Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

The Jakob Manz Project gewann den 1. Preis bei den Future Sounds 2018 der Leverkusener Jazztage, im April 2018 erhielt die Band einen 1. Preis sowie den Publikumspreis beim internationalen „Jazzpreis Biberach 2018“. Im April 2020 erschient ihr Debut Album “Natural Energy” bei ACT. Bandleader Jakob Manz spielte unter anderem mit Musikern wie Randy Brecker, Ack Van Rooyen oder Wolfgang Dauner. Bereits mit 16 Jahren wurde er ins Bundesjazzorchester (BuJazzO) aufgenommen, mit dem er in Konzertsälen wie der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie oder im Gasteig München sowie in verschiedenen Ländern (u.a. USA, Kanada, Albanien, Niederlande) auftrat.
„Sie jagten den Geist des Jazz mit Nachdruck durchs Forum – und führte dazu, dass die Zuschauer am Ende im Stehen applaudierten.“ (Kölner Stadtanzeiger über den Auftritt bei den Leverkusener Jazztagen)

Im Jakob Manz Project versammelt der junge Saxophonist exzellente Musiker um sich: Paul Albrecht bearbeitet sein Fell und Metall wie ein durchtriebener Altmeister, dem die Götter für nur einen Abend nochmals alle Energie der Jugend schenkten. Sein Spiel löst bei unterschiedlichstem Publikum ungläubiges Staunen aus. Mit enormer Vielseitigkeit und einem offenen Ohr durchdringt Pianist Hannes Stollsteimer in den perfekten Momenten die lebendigen, mitreißenden Saxophon Soli – mal mit ultraharten, schnellen Funkriffs, mal mit sparsam dosierten Kicks, mal mit verbindend cremigen Übergängen. Als Solist treibt er sein durchdachtes Spiel auf die Spitze. Frieder Kleins E-Bass strahlt mit jedem Ton die Unerschütterlichkeit einer erdgeschichtlichen Zeitdimension aus, egal ob seine Finger die Saiten rasend schnell oder aufreizend langsam greifen. Sein Spezialgebiet sind rhythmisch vertrackte, rasende Linien von verblüffender Melodiösität.

Die musikalischen Persönlichkeiten verschmelzen im Jakob Manz Project zu einem einzigartigen Bandsound, der durch gegenseitige Inspiration und kreatives Zusammenspiel immer wieder neue Farben annimmt. Die Energie der Band überträgt sich in einer sehr direkten und emotionalen Weise auf das Publikum. So erlebt der Zuhörer sowohl die Tiefen der modernen Groove – und Soulmusik, als auch den magischen und ruhigen Fluss des aktuellen Jazz: einen dynamischen und energiereichen Abend, den man so schnell nicht vergisst.

“Es besteht kein Zweifel, dass Jakob Manz und Co. die derzeit heißeste Band sind, die beim renommierten Act-Label unter Vertrag steht.” (Kölner Stadtanzeiger)

Sonntag, 07.11.2021, 20:00 Uhr // Panoramgaststätte Schlegelberg/Oskar-Zachau-Straße 6
Angelika WEIZ-Charlie EITNER & Friends

Jazz - Blues - Gospel"
Angelika Weiz-Charlie Eitner & Friends
Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

Angelika Weiz ist eine Ikone der DDR Soul - Blues & Jazzszene. Die aus Thüringen stammende Künstlerin sang bei Günther Fischer, erarbeitete mit dem Komponist und Keyboarder Wolfgang "Fiedel" Fiedler in den Projekten "Fusion" und "Good Vibrations" & "Loud People zusammen und veröffentlichte mit ihm die 2 Alben "Heimat" &" Free." In den späten 80ern wurde sie zur beliebtesten Jazzsängerin der DDR gewählt. Tourneen führten sie durch ganz Europa und Südamerika. Später tourte sie mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und gründete ihre Band u.a. mit dem bekannten Trompeter Ferry Grott.


Seit 2017 gibt es das Projekt "Angelika Weiz & Friend`s". An der Seite von Geli Weiz haben sich mit Chris Lewis, Charlie Eitner und Topo Gioia angesagte Musiker der Szene versammelt. Der Keyboarder Chris Lewis (GB) arbeitet u. a. bei Stars in Concert, bei Roland Kaiser, Dieter Hallervorden und der Smooth Jazz Band. Außerdem Stand er bereits mit Joy Flemming, Olivia Newton-John und Udo Lindenberg auf der Bühne. In verschiedenen Soul und Jazzprojekten von Angelika Weiz ist er als Tastenspieler musikalischer Begleiter an ihrer Seite. Charlie Eitner ist einer der vielseitigsten Jazz- Gitarristen Europas der mit seinem Spiel sowohl im Jazz, Rock, Blues aber auch in Klassik und Latin- Musik zu Hause ist. In den 70er und 80er Jahren war er mit den Bands "Fusion", "Unit" seiner Jazz-Rock Band "Splash" äußerst erfolgreich. Topo GIoia aus Argentinien ist der angesagteste Perkussionist der Berliner Musikszene. Ein Virtuose, der mit seinem kreativen und einfühlsamen Spiel bereits über 300 Plattenproduktionen bereichert hat.

Panoramagaststätte Schlegelberg
Adresse: Oskar-Zachau-Straße 6
(Linenbus Nr. 14 ab Holzmarkt)
Tickettelefon: 03641 444650

Montag, 15.11.2021, 20:00 Uhr // Cafe Wagner
Jubiläumskonzert JIP40-Darrifourcq/Hermia/Ceccaldi
Foto: Massimo Municchi

Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

 

Darrifourcq/Hermia/Ceccaldi
Kaiju Eats Cheeseburgers

Sylvain Darrifourcq - drums
Valentin Ceccaldi - cello
Manuel Hermia – Sax

Kaiju bezeichnet ein bekanntes japanisches Filmgenre, in dem vorzugsweise mutierte Monsterechsen eine zentrale Rolle spielen. Ebenso surreal und bizarr dimensioniert gibt sich das zweite Album des Franco-Belgischen Trios um den Schlagzeuger Sylvain Darrifourcq. Nur knapp über vierzig Minuten kurz, fünf Tracks, aber welch ein Kosmos aus diversen Parallelwelten tut sich hier auf.

Im titelgebenden des aktuellen Albums Opener drischt das Cello von Valentin Ceccaldi ostinate Powerchords in die Tonspur, dass so manche Metal-Band ihre helle Freude daran hätte. Immer wieder säbelt er kurze thematische Phrasen dazwischen als müsse irgendwas Altes, Verwachsenes dringend zerteilt und rückgebaut werden. Das Neue entsteht zeitgleich in den enorm druckvollen polyrhythmischen Strukturen, die aus Darrifourcqs Drumset erwachsen, wie in einer Art Schöpfungschaos umwirbelt vom entfesselten, zuweilen mehrstimmig überblasenen Tenorsax des Manuel Hermia.

Was folgt sind überweltliche Soundscapes, die immer wieder auch mit Pausen, mit beredter Stille arbeiten. Etwas zieht flirrend heran, türmt sich auf und entlädt sich als klangliches Wetterphänomen. Geräuschgeschichten, die mitunter nur ein einziger fixer Ton durchpulst. Cello und Tenorsax gelten beide als nahe Verwandte der menschlichen Stimme, und so nimmt es nicht wunder, dass manche Passagen sich als chorisches Stimmengewirr entfalten.

Dann wieder synthetische Klangflächen. Eine Zither wird durch Effekte gejagt. Und plötzlich groovt es, wird auf schräge Weise fast tanzbar – Veitstanz vielleicht. Unter allem liegt eine nervöse Grundspannung, die sich erst am Ende in einem ironischen Chillout löst: Collapse in Sportswear möchte man sich umgehend als künftige Lebensmaxime an die Wand sprühen.

Nennen wir es nicht experimentell, denn die Drei wissen sehr genau, was sie tun. Ein exakt kalkuliertes Wanken zwischen poststrukturalistischer Dekonstruktion und freaky Free Jazz. Und sie tun es mit seriöser Spielfreude und unbändiger Energie.

Mittwoch, 17.11.2021, 20:00 Uhr // Villa Rosenthal
Lyrik trifft Jazz-Thomas Kunst trifft Trio Keys & Screws
Foto: Christina Marx

in Kooperation mit LeseZeichen e.V.

Lyrik trifft Jazz-Thomas Kunst trifft Trio Keys & Screws

Thomas Borgmann - soprano & tenor saxophones
Jan Roder - bass
Willi Kellers - drums

Keys & Screws,mit ebenfalls Willi Kellers & Jan Roder mag wie eine Trio-Ausgabe der Heimat klingen....ist aber gänzlich anders gelagert.
Das skandinavische Magazin Salt-Peanuts schreibt grade: "This is glorious jazz that opens up most senses, and that you should have the opportunity to hear in concert once"
Es gibt einen wunderbaren Videomitschnitt eines Konzerts in der Berliner Kulturbrauerei vom letzten Juli, der das Trio sehr gut hörbar und sichtbar macht.

https://youtu.be/91wU-Z-1t-U

Die enge Zusammenarbeit von Thomas Borgmann und Willi Kellers lässt sich über knapp drei Jahrzehnte zurückverfolgen, sei es in der Gruppe Ruf der Heimat mit Ernst-Ludwig Petrowsky oder im Trio Boom Box.

Da ist die Idee nicht mehr als ein aufgelegter Elfmeter, sich mit einem Bassisten in ein neues Trio zu begeben, mit dem beide wiederum für sich schon gespielt haben. Jan Roder ist der Name des Tieftonbeauftragten, und er gehört zu den erfahrensten deutschen Musikern zwischen Straight und Free Jazz. Das Ergebnis ist ein meisterhaft improvisiertes, komplexes Workout mit Schlüsseln und Schrauben, bei dem die Noten aus der Glocke von Borgmanns berüchtigtem Saxophon steigen, als ob sie leichter wären als Luft.

 

Donnerstag, 25.11.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
Kukurba & Słowiński Project

Im Rahmen von JIP40 - efördert von:: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Ein Treffen des Bratschenvirtuosen und Sängers, bekannt aus der Kroke-Formation - Tomasz Kukurba und Stanisław Słowiński - einer der führenden Jazz-Geiger der jüngeren Generation.
Im Konzert hören werdenvor allem allem die Originalkompositionen der Bandleader, aber auch Neuarrangements bereits bekannter Songs; ihr ursprünglicher Musikvorschlag schöpft aus den Traditionen von Jazz, Rock und Weltmusik.
Tomasz Kukurba
"Wie jeder Musiker, Künstler oder Kunstmann sagen würde: Ich werde so lange kreieren, wie ich nach etwas suche, das ich nicht einmal benennen kann" - sagte Tomasz Kukurba in einem Buch über die Kroke-Gruppe, das im Vierteljahr erschienen ist. Jahrhundert-Jubiläum dieser legendären Formation. Er fuhr fort: „Diesen Weg suche ich immer noch, nicht weil ich ihn finden möchte, sondern weil ich muss. Kukurba, ein in Polen und der Welt bekannter Künstler, Frontmann der Band Kroke, Bratscher, Autor charakteristischer Vokalisen, beschloss - ohne die Auftritte in seiner Mutterband aufzugeben -, sein eigenes Repertoire auszuprobieren und sich mit Stanisław Słowiński zusammenzuschließen, um eine a Programm, das zwei extrem bunte und unterschiedliche Musikwelten vereint.
Auf seinem künstlerischen Weg hat Kukurba als Teil des Kroke-Trios Künstler wie Nigel Kennedy, die mongolische Künstlerin Urna Chahar-Tugchi, Peter Gabriel, Natasha Atlas, Amir John Haddad, Anna Maria Jopek, Tomasz Stańko und auf der polnischen Seite kennengelernt Musikszene arbeitete er mit Grzegorz Turnau, Magda Umer, Ewa Bem, Joanna Słowińska und Renata Przemyk zusammen.
Stanisław Słowiński
Geiger, Komponist, Musikproduzent; einer der aktivsten Schöpfer der europäischen Musikszene. Als Leiter eigener Projekte tritt er regelmäßig auf Bühnen auf der ganzen Welt auf. Sein Debüt gab er mit dem Album Landscapes too Easy to Explain, das international vom renommierten Verlag Hevhetia veröffentlicht wurde. Während der ersten Konzerttournee besuchte er mit seiner Band viele europäische Länder, er nahm auch an der größten polnischen Jazzkonzerttournee in China in der Geschichte teil - Jazzpopolsku. Ein weiteres Autorenalbum Visions | Zwischen Liebe und Tod, aufgenommen mit der Gruppe Stanisław Słowiński Sextet, fand bei Kritikern und Publikum Anerkennung, und seine erste Konzerttournee umfasste Dutzende von Konzerten in vielen europäischen und asiatischen Ländern. Neben der Konzerttätigkeit ist er auch als Komponist, Arrangeur und Musikproduzent äußerst aktiv; Diskographie mit seiner Beteiligung: Exekutive, Komposition, Autor und "Gast" - ist bereits mehrere Dutzend Alben groß. Er ist auch der Schöpfer von Film- und Theatermusik. (Google Überstzung)

original:
A meeting of the viola virtuoso and vocalist, known from the Kroke formation - Tomasz Kukurba and Stanisław Słowiński - one of the most south-after jazz violinists of the younger generation.
During the premiere concert, we will hear, above all, the original compositions of the band's leaders, but there will also be new arrangements of already known songs; their original music proposal draws from the traditions of jazz, rock and world music.
Tomasz Kukurba
"As any musician, artist, or man of art would say: I will create as long as I look for something that I can't even name" - said Tomasz Kukurba in a book dedicated to the Kroke group, published in the quarter-century anniversary of this legendary formation. He continued: "I am still looking for this path, not because I would like to find it, but because I have to. Because it just calls me..." These words can also be treated as the motto of his latest activities. Kukurba, an artist known in Poland and in the world, frontman of the Kroke band, violist, author of characteristic vocalises, decided - without giving up performances in his mother band - to try his own repertoire and join forces with Stanisław Słowiński to build a program combining two extremely colorful and various musical worlds.
On his artistic trail Kukurba, as a part of the Kroke trio, has met such artists as Nigel Kennedy, Mongolian artist Urna Chahar-Tugchi, Peter Gabriel, Natasha Atlas, Amir John Haddad, Anna Maria Jopek, Tomasz Stańko, and on the Polish music scene he collaborated with Grzegorz Turnau, Magda Umer, Ewa Bem, Joanna Słowińska and Renata Przemyk.
Stanisław Słowiński
Violinist, composer, music producer; one of the most active creators of the European music scene. As a leader of his own projects, he regularly performs on stages all around the world. He made his debut with the album Landscapes too Easy to Explain, which was released internationally by the prestigious Hevhetia publishing house. During the premiere concert tour he visited many European countries with his band, he also took part in the largest Polish jazz concert tour in China in history - Jazzpopolsku. Another authorial album Visions | Between Love and Death recorded with the group Stanisław Słowiński Sextet met with the appreciation of critics and the audience, and his premiere concert tour included dozens of concerts in many European and Asian countries. In addition to concert activities, he is also extremely active as a composer, arranger and music producer; discography with his participation: executive, compositional, author's and "guest" - is already several dozen albums big. He is also the creator of film and theater music.