Veranstaltungen

Donnerstag, 16.09.2021, 20:00 Uhr // TBA
MASAA
Foto: Traumton

MASAA - Preisträger 1. BundesJazzpreis 2021

Gefördert von Jenakultur und Kulturstiftung des Bundes
Im Rahmen von Kultursommer Jena „JIP40-Ein Wagemutprojekt“- 40 Jahre Jazz im Paradies Jena

Dämmerung zwischen den Zeiten: Wechsel von Tag zur Nacht. Nur einen Moment.
Spielerisch bewegt sich Masaa zwischen Orient und Okzident, zwischen Vertrautem und Fremden. Mit Reiseeindrücken und Erinnerungen im Gepäck, werden die Musiker im kammermusikalischem Rahmen zu Grenzgängern zwischen traditioneller arabischer Musik und zeitgenössischem Jazz.
Dabei stehen die improvisierten Gedichte Rabih Lahouds im Mittelpunkt. Durch die eigens geprägte Stilistik gelingt es Masaa, sich den üblichen Klischees von Orientalismen zu entziehen. Vielmehr kann man die Musiker dabei beobachten, wie sie aus der Fülle ihrer persönlichen Welten ein poetisch-musikalisches Mosaik entwerfen, das die Vielfalt des Lebens einfängt.

http://www.traumton.de/label/artists/?id=masaa&lang=de
https://masaa-music.de/

Mittwoch, 22.09.2021, 20:00 Uhr // TRAFO - Nollendorfer Str. 30
Der Weg nach Oobliadooh von Fritz Rudolf Fries

Veranstalter: Landeszentrale politische Bildung, Jazz im Paradies e.V., Lesezeichen e.V., Jenakultur, TRAFO

Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)


Der Weg nach Oobliadooh von Fritz Rudolf Fries

Mit Helmut Böttiger – Lesung und Gespräch - Günter Baby Sommer trifft den Pianisten Simon Lucaciu - musikalische Begleitung


Fritz Rudolf Fries war einmal ein berühmter Schriftsteller.Sein erster Roman: ein früher avantgardistischer Höhepunkt aller Literatur der DDR. »Zwar haben wir es nicht mit einem Jazz-Roman zu tun, aber doch mit einem Roman voller Jazz, und das in einem Maße, wie es seitdem in keinem deutschen Roman wieder vorkommt…, eines der bemerkenswertesten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur.« Jazzzeitung 2010

Der Weg nach Oobliadooh, das virtuose Romanschelmenstück des damals 31-jährigen Fritz Rudolf Fries, führte nicht in die realsozialistischen Niederungen, sondern in die sprachartistischen Höhen der Literaturmoderne.

»I knew a wonderful princess in the land of Oo-bla-dee« – aus einer Songzeile des Bebop-Jazzers Dizzy Gillespie stammt das rebellische Sehnsuchtsmotiv zweier Außenseiter: Phantasie ohne Grenzen.

Es scheint heute fast noch weniger vorstellbar als damals, dass dieser Roman in der DDR verfasst werden konnte, schreibt Helmut Böttiger in seinem großen Essay über Der Weg nach Oobliadooh. Der passte weder so richtig in die Zeit im Osten noch in diejenige im Westen – es ist Zeit, diesen fulminanten Roman wiederzuentdecken.

Weitere Informationen:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zum-tod-von-fritz-rudolf-fries-eine-gegenwelt-zur-ddr.1013.de.html?dram:article_id=306698LUCACIO – piano
https://lucaciu.de/

Montag, 27.09.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
THE SEPHARDICS

in Kooperation mit ACHAVA-Festspielen
Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Donnerstag, 07.10.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
KEIN SCHLUSSSTRICH-Die ERNTE begegnet Dr. ALBRECHT DÜMLING
Foto: Frank Schindelbeck

"Konzert und Diskussion im Dialog" - Jazz – Rassismus – Widerstand

Diese Veranstaltung ist Teil der stadtgesellschaftlichen Aktivitäten "Kein Schlussstrich! Jena und der
NSU-Komplex". Das vollständige Programm ist einsehbar unter: www.kein-schlussstrich-jena.de

In Kooperation mit Jazz im Paradies e.V., Lesezeichen e.V., Landeszentrale politische Bildung und jenakultur

Dr. Albrecht Dümling
Berlin - Musikwissenschaftler und –Kritiker Arbeitsschwerpunkt: Musik- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts

DIE ERNTE mit
Benjamin Weidekamp (sax, cl)
Uli Kempendorff (sax, cl)
Kaspar von Grünigen (b)
Max Andrzejewski (dr)

Die Ernte wird eingefahren! Es ist höchste Zeit, wieder ins Horn zu stoßen. Vier Jazzmusiker widmen sich einem Repertoire des 20. Jahrhunderts, das in vielen Fällen die Ernte ihrer (Krisen)Zeit war: Widerstandslieder, Arbeiterlieder, Partisanenlieder und Kampflieder gegen den Faschismus.

Die Aussaat unserer Zeit und die herrschende globale Politik wird uns womöglich eine Ernte bescheren, die kaum mehr verdaulich sein wird - nicht zuletzt in der Agrar- und Nahrungsmittelpolitik. Deshalb spielt Ernte getreu dem Motto „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ Musik mit und im Protest. Ohne Liedtexte, dafür mit großer Spielfreude und allem was der Jazz dafür zu bieten hat: Improvisation, Unberechenbarkeit, Energie, Transzendenz und eine Spur Melancholie.

http://kasparvongruenigen.com/bands/ernte/

Dr. Albrecht Dümling
Berlin - Musikwissenschaftler und –Kritiker Arbeitsschwerpunkt: Musik- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Nach Studium u. a. der Musikwissenschaft in Essen, Wien und Berlin wurde er bei Carl Dahlhaus mit einer Arbeit über Arnold Schönberg und Stefan George promoviert. 1985 veröffentlichte er über Bertolt Brecht und dessen Beziehungen zu Komponisten. Als Kritiker schrieb er für Der Tagesspiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Neue Musikzeitung. Über mehrere Jahre war er Jury-Mitglied im Verband der Deutschen Kritiker.

„Entartete Musik“ ist eines der Hauptbetätigungsfelder Dümlings. So war er Mitgründer der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft und von Musica reanimata, einem gemeinnützigen Verein zur Wiederbelebung, Förderung und Wiederaufführung der Musik verfemter und vergessener Komponisten. Für sein Engagement auf diesem Gebiet erhielt er im Jahr 2007 Kairos-Preis. Wissenschaftlich verbunden ist Dümling neben anderen Institutionen der Royal Holloway University of London, der Universität Melbourne und dem Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

Dümling ist auch Kurator der Ausstellung Entartete Musik. Eine kommentierte Rekonstruktion. Sie entstand 1988 für die Tonhalle Düsseldorf und war seitdem in etwa 50 Orten Europas zu sehen (u. a. in Frankfurt, München, Berlin, Dresden, Köln, Wien, Zürich, Amsterdam). Eine englischsprachige Version davon, 1991 für Los Angeles erstellt, wurde bislang in Boston, New York, London, Barcelona, Miami, Chicago und Tel Aviv (März 2011) präsentiert. Die spanischsprachige Version entstand 2007 für die Universität Sevilla und wurde zuletzt 2011 in Salamanca gezeigt. 2007 entstand für die Berliner Philharmonie die vierte Version unter dem Titel Das verdächtige Saxophon. „Entartete Musik“ im NS-Staat.

Seit 1995 befasste er sich mit dem deutschsprachigen Musiker-Exil in Australien, welchem er Forschungsprojekte am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin sowie an der National Library of Australia widmete. Die Ergebnisse veröffentlichte er 2011 in seinem Buch „Die verschwundenen Musiker. Jüdische Flüchtlinge in Australien“, das in Deutschland wie in Australien auf gute Resonanz stieß. (Quelle: Wikipedia)

Mittwoch, 20.10.2021, 20:00 Uhr // TRAFO-Nollendorfer Strasse 30
ZENKER/HELBIG//: & Gäste „Kommunikationen“
Fotografen: Tina Peißker und Alejandro Juegen

Jazzmeile Special 2021

Falk Zenker – Gitarren / Live-Looping
Tim Helbig – exp. Instrumente / Live-Elektronik
Norico Kimura – Gesang
Nils Alf – Klarinetten / Tenorsaxophon

weiter Konzerte

21.10.2021-WEIMAR-MonAmi
28.10.2021-ERFURT-Thomaskirche
29.10.2021-NORDHAUSEN-Cyriaci Kapelle

 

Die Corona-Krise verhindert nicht nur, sondern zeigt auch neue Wege. Dies meinten zumindest zwei kreative Köpfe der Thüringer Jazz- und Improvisations-Szene, Gitarrist Falk Zenker und Perkussionist und Klang-Elektroniker Tim Helbig, und gründeten kurzerhand ihr neues Duo-Projekt Zenker/Helbig//:. In Kombination aus Zenkers virtuoser Gitarren-Loop-Kunst und Helbigs abgefahrenen Instrumentenerfindungen und komplexer Live-Elektronik erforscht das Duo mit großer musikalischer Spiel- und Experimentierlust neues musikalisches Terrain.

Abstrakte freie und strukturierte Improvisationen, aufblitzende jazzige Themen, atmosphärische Klangschwelgereien und temporäre treibende Beats verdichten sich unter Einsatz elektroakustischer Echtzeit-Klangmanipulation zu vielschichtigen Klanggebilden. Über die im Saal verteilten Lautsprecher wandern die Klänge schließlich durch den Raum und führen das Publikum auf eine spannende Hör-Entdeckungsreise.

Exklusiv für die Jazzmeile 2020 kooperiert das Duo Zenker/Helbig//: mit zwei spannenden, ebenso in Thüringen lebenden Gastmusikern: der Sängerin Norico Kimura und dem Saxophonisten Nils Alf. Gemeinsam wollen sie sich musikalisch der Frage nach Möglichkeiten und Unmöglichkeiten erfolgreicher Kommunikation nähern, steckt doch in der Improvisation die besondere Notwendigkeit des Dialogs und des gemeinsamen Diskurses.

Kommunikation, beispielhaft in der Musik und inspirierend für unsere gegenwärtige Gesellschaft, die diese mit den zu beobachteten zunehmenden Spaltungstendenzen -nochmals verstärkt durch die Corona-Krise- in besonderem Maße zu brauchen scheint.

 

Falk Zenker macht bereits seit mehr als 25 Jahren durch sein virtuoses Gitarrenspiel und seine modernen Kompositionen für Gitarre weit über unsere Landesgrenzen hinaus auf sich aufmerksam. Seine musikalische Vielfalt vereint Elemente des Jazz, Mittelalter, Flamenco, Klassik und zeitgenössischer Musik. Zudem tritt er seit einigen Jahren erfolgreich als Klangkünstler in Erscheinung – vielerorts sind Klanginstallationen von ihm zu erleben. Neben einer Vielzahl nationaler und internationaler Konzertreisen, kann Zenker auf zahlreiche CD-Veröffentlichen und Noten-Publikationen zurückblicken.

https://falk-zenker.de

Tim Helbig ist künstlerischer Mitarbeiter an der HfM Franz Liszt Weimar am Studio für elektroakustische Musik. Sein Betätigungsfeld umfasst neben der Realisation komplexer Klanginstallationen, Kompositionen von Elektroakustischer Musik, auch ein mannigfaltiges Spiel verschiedener selbstentwickelter Instrumente im Rahmen von Live-Elektronik-Konzerten und Improvisationen. https://timhelbig.de

Die Opernsängerin Norico Kimura kann auf ein umfangreiches Bühnenwirken zurück blicken. Ihr hoher Facettenreichtum changiert zwischen klassischem Musiktheater und experimentellen Stegreif-Improvisationen. Neben Engagements im In- und Ausland (u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar, an der Semper-Oper Dresden, Frankreich, Italien, Schweiz, Spanien, Japan), ist sie Mitglied im Duo „Klang-Zeichen“ (Kimura, v. Hintzenstern) sowie in Ihrer Funktion als „DADA-Botschafterin des Japanischen Kaisereichs“ Musikerin im „Ensemble der DADAMENTA“, sowie im Ensemble „syn:klang“ aktiv.

 

Nils Alf hat sich ebenfalls überregional als experimentierfreudiger, im Jazz verwurzelter Tenorsaxophonist und Klarinettist (Bb-Klarinette, Bassklarinette) einen bemerkenswerten Namen erarbeitet. Zu hören ist er u.a. in gemeinsamen Projekten mit Kay Kalytta (perc) und Stephan Nagler (klavier), Majofran und Sammant.

https://www.nilsalf.de

Donnerstag, 04.11.2021, 20:00 Uhr // Cafe Wagner
Trio BAUER/BAUER/NARVESEN & Trio SCHULTZ /RAINEY/EHWALD
Foto-MPS-Studio-Villingen

Jubiläumskonzert
Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Trio BAUER / BAUER / NARVESEN  & Trio SCHULTZE / RAINEY / EHWALD
Conny Bauer (Posaune)
Matthias Bauer (Bass)
Dag Magnus Narvesen (Schlagzeug)
&
Stefan SCHULTZE (Piano)
Tom RAINEY (Drums)
Peter Ehwald (Saxophom)

Das Trio Bauer / Bauer / Narvesen steht für ureigene, unverwechselbare Klänge, Neugier und die Freude am spannungsreichen Zusammenspiel. Der Posaunist Conny Bauer, der Bassist Matthias Bauer und der Schlagzeuger Dag Magnus Narvesen erkunden neue Formen des musikalischen Dialogs. Drei Generationen und drei ganz unterschiedliche musikalische Biografien treffen hier aufeinander. Sie spielen solo, finden sich in wechselnden Duos zusammen und lassen schließlich im Trio ihre Klangbilder entstehen, die mal durch expressive und dann wieder durch zarte, leise Töne in ihren Bann ziehen. Im Frühjahr 2020 erschien die LP »THE GIFT«, eine live-Aufnahme des Konzerts anlässlich Conny Bauers 75. Geburtstag.

&

„Ehwald und Schultze haben alles im Griff. Mit exzellentem Timing und Sinn für überraschende, harmonische Wendungen improvisieren die beiden über eigene Stücke“

schreibt Hans Hielscher im Spiegel über die aufregende Zusammenarbeit dieser beiden spannenden Deutschen Jazzmusiker. Für sechs Konzerte treffen Peter Ehwald und Stefan Schultze auf den herausragenden New Yorker Schlagzeuger und Improvisator Tom Rainey. Rainey, der mit Musikern wie Kenny Werner, Fred Hersch und Tim Berne zusammengearbeitet hat, ist eine der wichtigsten Stimmen im modernen Jazz. Das Trio entwickelt in einem virtuosen, melodischen Austausch neue Räume, in denen die Klänge, traumwandlerisch schweben und trotzdem energisch pulsieren.

 

Samstag, 06.11.2021, 15:00 Uhr // Cafe Wagner
Jazz im Paradies 40 Jahre-JIP40- Tagung & Konzert TEIL 2
Foto: ACT Music

Eine Vision ohne Handeln ist ein Tagtraum.Handeln ohne Vision ist ein Albtraum! (Japanisches Sprichwort)

- Welche Visionen von der Zukunft hat JIP, die JM, Jazzszene, evtl. persönliche Gedanken (als kulturpolitisch bundesweit aktiver Jazzexperte)? –

- Improvisation als Synonym für Fantasie und Mut gesellschaftliche Prozesse neu zu denken und Kunst und Kultur als Vorreiter zu akzeptieren-Quasi als vertrauensbildende Maßnahmen-- Wie geht es WEITER und WARUM? CORONA als Katalysator oder Todestoß?                      

Gregor Holtz - Impuls-Thesenpapier

  1. Die radikale Entbürokratisierung der Kulturförderung
  2. Vertrauen und eine flexiblere Umsetzung der geförderten Projekte
  3. Längere Förderzeiträume und Initiativförderung
  4. Aufstockung der Mittel für die Freie Szene

Jazz macht uns das vor, was wir jetzt brauchen: Improvisationskunst und Leidenschaft. Wir sollten die Praktiken des Jazz daraufhin befragen, woraus sich die Improvisation speist und was wir daraus für das Miteinander lernen können?

 

-Die Zukunft von Jazz: Live, als tatsächliche kulturelle Praxis, als Beruf, zukünftige Veranstaltungsformate, politische und gesellschaftliche Relevanz und Aktivitätsfelder von Jazz - -Was treibt uns an? Und warum hat Jazz nicht den Stellenwert als kulturelle Daseinsvorsorge wie andernorts - Wo genau ist das Imageproblem und warum hält es sich so hartnäckig?

Podium: ( Die Referentenliste wir zeitnah bekannt gegebenaber es ird auch viele Gesprächsangebote geben)

Moderation: Martin Breternitz

Jazz in Deutschland als gegenwärtige Kulturpraxis prä,peri und post Corona" warum so schlecht beleumundet und eingefühltes oder tatsächliches Ost –West Gefälle?

These:

Jazz ist aber immer auch: kreativer Weg raus aus den Grenzen. Leidenschaft an etwas Neuem, Lebenslust. Wie kriegen wir die Lebenslust zurück? Indem wir eine Art Allianz des vorurteilsfreien Handeln bilden und versuchen die Stärken des jeweils anderen Szene zu nutzen oder wenigstens in seine Überlegungen einzubeziehen….
Corona als HERAUSFORDERUNG annehmen bzw. als KTALYSATOR verstehen: es bedarf sowieso einen starken neuen Impuls um das festgefahrene Veranstaltungsgeschehen auf den Prüfstand zu stellen und zukunftssicher zu gestalten

Welche neuen Formate spiegeln das unnd habe Nachhaltigkeitspotential ?

 Am Abend Konzert mit:
The JAKOB MANZ PROJEKT

https://jakobmanz.de/the-jakob-manz-project/

Sonntag, 07.11.2021, 20:00 Uhr // Panoramgaststätte Schlegelberg/Oskar-Zachau-Straße 6
Angelika WEIZ-Charlie EITNER & Friends

Jazz - Blues - Gospel"
Angelika Weiz-Charlie Eitner & Friends
Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Angelika Weiz ist eine Ikone der DDR Soul - Blues & Jazzszene. Die aus Thüringen stammende Künstlerin sang bei Günther Fischer, arbeitete mit dem Komponist und Keyboarder Wolfgang "Fiedel" Fiedler in den Projekten "Fusion" und "Good Vibrations" & "Loud People zusammen und veröffentlichte mit ihm die 2 Alben "Heimat" &" Free." In den späten 80ern wurde sie zur beliebtesten Jazzsängerin der DDR gewählt. Tourneen führten sie durch ganz Europa und Südamerika. Später tourte sie mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und gründete ihre Band u.a. mit dem bekannten Trompeter Ferry Grott.


Seit 2017 gibt es das Projekt "Angelika Weiz & Friend`s". An der Seite von Geli Weiz haben sich mit Chris Lewis, Charlie Eitner und Topo Gioia angesagte Musiker der Szene versammelt. Der Keyboarder Chris Lewis (GB) arbeitet u. a. bei Stars in Concert, bei Roland Kaiser, Dieter Hallervorden und der Smooth Jazz Band. Außerdem Stand er bereits mit Joy Flemming, Olivia Newton-John und Udo Lindenberg auf der Bühne. In verschiedenen Soul und Jazzprojekten von Angelika Weiz ist er als Tastenspieler musikalischer Begleiter an ihrer Seite. Charlie Eitner ist einer der vielseitigsten Jazz- Gitarristen Europas der mit seinem Spiel sowohl im Jazz, Rock, Blues aber auch in Klassik und Latin- Musik zu Hause ist. In den 70er und 80er Jahren war er mit den Bands "Fusion", "Unit" seiner Jazz-Rock Band "Splash" äußerst erfolgreich. Topo GIoia aus Argentinien ist der angesagteste Perkussionist der Berliner Musikszene. Ein Virtuose, der mit seinem kreativen und einfühlsamen Spiel bereits über 300 Plattenproduktionen bereichert hat.

Panoramagaststätte Schlegelberg
Adresse: Oskar-Zachau-Straße 6
(Linenbus Nr. 14 ab Holzmarkt)
Tickettelefon: 03641 444650

Dienstag, 16.11.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
POWWOW - INTENSIVSTATION
Foto: Renata Chueire

Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Alfred Vogel – drums
John Schröder-key, g,-bass
Tom Götze – bass

Im Westen nichts Neues? Alles schon da gewesen? Was Frank Zappa vor knapp 50 Jahren dem Jazz ins Poesiealbum schrieb, kann man heute wohl sinngemäß von der Musik im Ganzen sagen – sie ist zwar nicht tot, muffelt aber schon ein wenig. Höchste Zeit für einen Aufenthalt in der Intensivstation, auf der alles wieder auf Anfang gesetzt wird.

In dem Wort Intensivstation verbirgt sich der Begriff „Intensität“. In den multiplen Kollisionen von Drummer Alfred Vogel, Multiinstrumentalist John Schröder und Bassist Wolfgang Zwiauer geht es genau darum, diesen abstrakten Begriff in einen Prozess der Kernschmelze zu transformieren. Dabei wird ungemein viel Energie freigesetzt, spielerisch, zwischenmenschlich und spirituell. Der Augenblick dehnt sich in die Unendlichkeit, das weite Rund des Horizonts schrumpft auf einen Punkt.

 

Alle drei Musiker bringen ihr Gepäck mit. John Schröder machte sich in der Berliner Szene vor allem in der Band Der Rote Bereich einen Namen, war aber als Multitasker auch in unzähligen anderen Formationen unterschiedlichster Genres zu hören. Auf der Intensivstation spielt er bis zu drei Instrumente gleichzeitig, sodass die Dreimann-Band zuweilen wie ein Quintett oder Größeres klingt. Den schweizerischen Bassisten Wolfgang Zwiauer auf eine überschaubare Anzahl an Projekten, Genres oder Ideen festzulegen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist wie der Igel im Märchen der Brüder Grimm, kaum glaubt man ihn irgendwo auszumachen, ist er schon wieder am anderen Ende des Spektrums. Der österreichische Schlagzeuger Alfred Vogel trommelt wie ein Oktopus. Besondere Aufmerksamkeit erlangte er in den konzeptionellen Rundumschlägen von Bands wie Hang Em High oder Die Glorreichen Sieben. Aus seinem variablen Langzeitprojekt Vogelperspektive, das auf fünf Alben dokumentiert ist, ging letztlich auch die Intensivstation hervor.

Streckenweise mag es scheinen, das Trio knüpfe an den provokanten Electric Jazz von Miles Davis’ „Bitches Brew“, die unvermittelten Ausbrüche eines Sonny Sharrock oder die asynchronen Verschränkungen von Ornette Colemans frühen Prime Time Experimenten an, doch dann kratzt, schabt, röchelt, blubbert, dröhnt oder wummert es unversehens aus einer ganz anderen Ecke und versetzt den sicher geglaubten Assoziationswinkel ins Unbekannte, Unerhörte, Unerforschte. Alles Bisherige wirkt wie eine gigantische Bibliothek, auf die die drei Akteure frei und ohne jedwede Rücksicht zugreifen. Alle erdenklichen Kreaturen von Noise und Drone, Patchwork Music, Drum’n’Bass, Death Metal, elektronischer Musik, Blues, HipHop und vielem mehr haben auf dem unausweichlichen Weg zur Intensivstation ihre Spuren hinterlassen. Aus der Überlagerung dreier unterschiedlicher Hintergründe und Spielhaltungen wird in der Interaktion eine beispiellose Musik, die auf ihrem Höhenflug alle Referenzen abwirft.

Alle drei Beteiligten geben sich mit Hingabe und Konzentration dem Naturereignis der totalen Klangfindung hin. Dabei entstehen so viele Obertöne, Subtexte und zusätzliche Metaebenen, dass die Magie des Geschehens die unmittelbare Herkunft jedes Impulses fast zur Nebensache macht. Es geht nicht um die Instrumente, Konzepte und Einflüsse, nicht einmal um die ausführenden Persönlichkeiten, sondern in jedem einzelnen Augenblick um das unabsehbare Destillat aus der Gesamtheit aller Komponenten. Nach eigenem Bekunden geht es für Zwiauer, Vogel und Schröder um eine enggliedrige Kette von individuellen Entscheidungen, aus denen sich ein kollektiver Flow ergibt. Wäre dieser Begriff nicht so abgenutzt, könnte man es im besten Sinne des Wortes „Improvisation“ nennen. So aber müssen wir offen eingestehen, dass es für die virulente Intensität dieses ebenso spontanen wie flexiblen Vokabulars gar keinen passenden Begriff gibt. Und siehe da, das bracht es auch gar nicht, denn die Musik spricht ja für sich selbst.

Und um jede kategorische und merkantile Einordnung noch am Ende schwerer, um nicht zu sagen, unmöglich zu machen, löst sich das Trio auch vom gängigen Format. Neben der CD „Intensivstation“ wird es ein Jahr lang monatlich einen zusätzlich über das Internet vertriebenen Track der Band geben. Die Aufnahmen des Albums und seiner Satelliten erfolgten über einen Zeitraum von mehreren Jahren, entsprechend soll auch der Annäherung über das Ohr ein zeitlich unlimitierter Zugang ermöglicht werden.

Im Westen nichts Neues? Alles schon gehört? Bitches Brew ohne Miles Davis? Pustekuchen. Wenn überhaupt, dann kocht uns die Intensivstation ein gepfeffertes Bridges Brew.

Text: Wolf Kampmann

Donnerstag, 25.11.2021, 20:00 Uhr // Café Wagner, Wagnergasse 26
Kukurba & Słowiński project

Im Rahmen von JIP40 - Gefördert von: NEUSTART KULTUR, Initiative Musik, Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)